Von Müstair nach Vals

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Karte 1:500'000, © swisstopo.ch
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Profil, © swisstopo.ch
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Ferien machen ist immer wieder etwas schönes. Fremde Länder und andere Kulturen faszinieren uns weil sie anders sind. Dabei vergessen wir oft, dass wir selbst in einer der beliebtesten und schönsten Ferienregion leben. Wir haben uns deshalb vor im Frühling 2004 entschieden, eine längere Wanderung im Kanton Graubünden zu unternehmen. Ursprünglich dachten wir, den Kanton in seiner grössten Ausdehnung zu durchqueren. Ganz erreicht haben wir das Ziel nicht, was für uns jedoch mehr ein Ansporn zum weitermachen denn eine Enttäuschung ist. Wir hatten immerhin in elf Tagen etwa 250 Leistungskilometer zurückgelegt. Eine Bedingung war, dass wir den ganzen Weg ausschliesslich zu Fuss zurücklegen. Das heisst keine Bahn, keine Autos, kein Zug. Ein schönes Gefühl so ganz ohne Stress zu reisen.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Tourdaten:

[bearbeiten] Anfahrt

Da Ausgangs und Endpunkt der Wanderung recht weit auseinanderliegen empfiehlt es sich, mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Anreise erfolgt mit dem Zug bis Sagliains und von dort mit dem Postauto bis nach Müstair.

[bearbeiten] Routenbeschreibung

[bearbeiten] Erste Etappe: Von Müstair nach S-Charl

Die erste Etappe führt von Müstair durch das Val d'Avigna über Italienisches Gebiet. Der Weg ist gut markiert und einfach. Ein Guter Auftakt für unser Vorhaben. Das Mittagessen kochten wir auf meinem Benzinkocher bei der verlassenen Hütte der Alp Praviert. Der Übergang über die Cruschetta war genauso wie der Weg zuvor: ein schöner Spaziergang. Müde kamen wir am Abend in S-Charl an. Wir entschieden uns im Hotel Crusch Alba zu übernachten. Die Zimmer sind zwar nicht ganz billig, dafür sehr klein.

Etappendaten:

[bearbeiten] Zweite Etappe: Von S-Charl nach Ardez

Nach einem gemütlichen Spaziergang durch das Val S-Charl entschlossen wir uns auf der rechten Talseite des Inn-Tales in Richtung Westen zu laufen. Wir verliessen die Strasse bei Plan da Furtanas und wanderten über Avrona nach Tarasp, wo wir uns am See einen feinen Eintopf kochten. Am nachmittag entschieden wir uns weiter auf der rechten Talseite das Tal hinauf zu wandern. Leider ist der Weg teilweise schlecht markiert und zudem geht es an gewissen Stellen steil bergauf. Zudem begann es gegen Abend noch zu Regnen, so dass wir froh waren, als wir im Hotel Aurora. Ein neu umgebautes und sehr freundliches Hotel von einem sehr sympatischen Ehepaar geführt. Die Zimmer sind alle hell, Rollstuhlgänging und günstig.

Etappendaten:

[bearbeiten] Dritte Etappe: Von Ardez zur Chamanna Marangun

Am Morgen des dritten Tages folgten wir zuerst dem Unterengadiner Panoramaweg bis oberhalb Lavin. Beim Maiensäss Charnadüras kochten wir uns etwas zu Mittag und folgten anschliessend dem Alpweg durch das Val Lavinoux bis zur Chamanna Marangun. Die SAC-Hütte bietet Platz für 12 Personen, jedoch ohne jeglichen Komfort. Wir waren jedoch alleine in der Hütte und genossen die gemütliche Atmosphäre.

Etappendaten:

[bearbeiten] Vierte Etappe: Von der Chamanna Marangun zum Berggasthaus Vereina

Der Vierte Tag sollte uns zum ersten mal an die Grenzen unserer Möglichkeiten bringen. Der Aufstieg begann bei mässiger Bewölkung sehr steil. Auf den ersten paar Höhenmetern war der Weg noch einigermassen gut markiert. Je höher wir kamen, desto schlechter wurde jedoch das Wetter und der Weg. Die letzten paar Meter mussten wir auf allen vieren über ein mit Schnee bedecktes Geröllfeld überwinden. Im dichten Nebel erreichten wir die Forcla Zadrell. Nach der Passhöhe kochten wir uns eine Suppe um uns etwas aufzuwärmen. Der Abstieg führte zuerst über ein stück Gletscherfirn, anschliessend über einen gut markierten Wanderweg talauswärts bis zum Berggasthaus Vereina. Müde und erschöpft kamen wir im Berggasthaus an und genossen die freundliche Bewirtung bei einem gemütlichen Jass.

Etappendaten:

[bearbeiten] Fünfte Etappe: Von Berggasthaus Vereina nach Klosters

Nach den Strapazen über die Forcla Zadrell und aufgrund der Tatsache, dass Martins Bein immer noch schmerzte, entschlossen wir uns den fünften Tag etwas ruhiger anzugehen. Wir liefen das Vereinatal auswärts bis Klosters. Kurz nach dem Mittag kamen wir in Klosters an. Zuerst mussten wir mal etwa zum Mittagessen haben. Anschliessend hatte sich der Ärger gelegt und wir konnten uns am Nachmittag ins Sprudelbad legen und etwas entspannan. Die Nacht verbrachten wir in der Jugendherberge.

Etappendaten:

[bearbeiten] Sechste Etappe: Von Klosters nach Strassberg

Nach der gemütlichen Etappe vom Vortag nahmen wir uns am sechsten Tag wieder etwas mehr vor. Wir liefen zuerst in Richtung Serneuser Schwendi und von dort zum Casannapass. Kurz unter dem Casannapass Kochten wir uns etwas zu Essen. Vom Casannapass wanderten wir Talauswärts bis nach Strassberg. Im Berggasthaus Strassberg wurden wir vorzüglich bewirtet. Müde aber zufrieden schliefen wir im Massenlager ein.

Etappendaten:

[bearbeiten] Siebte Etappe: Von Strassberg nach Arosa

Bei der Planung der nächsten Etappe entschlossen wir uns, obwohl der Weg gesperrt war, auf der linken Talseite richtung Sapün zu laufen. Die Alternative wäre gewesen, nach Langwies zu laufen. Da uns die Wirtin sagte, ein Jäger hätte im Vorjahr eine Gemse durch das Gebiet getragen, dachten wir, dass wir das ja auch schaffen würden. Der Weg war schwierig bis zu dem Punkt, wo eine Rüfe etwa zehn Meter weggerissen hatte. Nicht ohne schwierigkeiten überquerten wir die Rüfe. Anschliessend mussten wir noch einen Steilen Aufstieg hinter uns bringen. Ziemlich erschöpft und froh darüber, dass wir die Sache überstanden hatten genossen wir das Mittagessen im Berggasthaus Heimetli in Sapün. Am Nachmittag liefen wir dem Schanfigger Höhenweg in Richtung Medregen und am Abend kamen wir zufrieden in Arosa an. Wir quartierten uns in der Jugenherberge ein. Den nächsten Tag nutzten wir zum ausspannen. Es war dann auch der einzige Tag auf unserer Reise, an dem es wirklich regnete.

Achtung: Die Strecke zwischen Strassberg und Sapün ist nicht ohne Grund gesperrt. Die erwähnte Rüfe ist sehr schwierig zu überwinden und m.E. gefährlich. Ich würde nicht mehr dort durchwandern. Wir mussten zuerst unsere Rucksäcke in die Rüfe fallenlassen anschliessend runterklettern und auf der anderen Seite wieder rauf, wobei man mit jedem Schritt im Hang abrutschte. Eine kritische Situation...

Etappendaten:

[bearbeiten] Achte Etappe: Von Arosa auf die Lenzerheide

Nach unserem Ruhetag waren wir wieder gestärkt und das Bein von Martin war auch wieder in Ordnung. Wir wanderten den gemütlichen Weg bis zur Hörnlihütte und von dort zum Urdenfürggli. Unter dem Parpaner Weisshorn genossen wir unsere Quick-Lunch. Der Abstieg vom Urdenfürggli bis nach Valbella war steil und unsere Knie waren richtig weich, als wir in der Jugenherberge ankamen.

Etappendaten:

[bearbeiten] Neunte Etappe: Von Valbella nach Thusis

Die neunte Etappe führte uns zuerst über die Lenzerheide bis nach Lain und Mulain. Anschliessend wanderten wir den "Alten Schyn" hinaus. Dort kochten wir uns auch die Teigwaren und die Tomatensauce, die ich schon seit Anfang unserer Reise mit mir rumgetragen hatte. Von Sils aus liefen wir bis nach Thusis wo wir bei den Eltern von Martin übernachten konnten. Die Nacht liessen wir gemütlich bei ein paar Bieren im Pub in Thusis ausklingen.

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[bearbeiten] Zehnte Etappe: Von Thusis ins Turrahus

Da wir den Vorabend noch spürten wählten wir zuerst den Weg durch die Nolla im Schatten bis nach Urmein. Als wir dann in die Sonne kamen waren die Kopfschmerzen weg und wir kamen richtig in Fahrt. Wir wanderten bis oberhalb Tschappina, wo wir im Wald unser Mittagessen kochten. Gestärkt liefen wir bis zum Berggasthaus Beverin. Dort konnten wir noch den Rest unseres Nachbrandes löschen. Der Abstieg ins Safien war sehr steil und ist bei Regen nicht zu empfehlen. Von Safien Platz folgten wir der Strasse bis ins Turrahus. Wir übernachteten dann in Enthälb, einem Maiensäss etwas hinter der Wanna, wo Martins Eltern ein Maiensäss besitzen.

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[bearbeiten] Elfte und letzte Etappe: Vom Turrahus bis nach Vals

Die letzte Etappe nahmen wir erst gegen Mittag in Angriff. Wir verpflegten uns mit einem Sandwich im Turrahus und liefen anschliessend in Rekordtempo über den Tomülpass. In Vals angekommen genossen wir das Bad in der Felsentherme.

Etappendaten:

[bearbeiten] Galerie

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